Filmisnotdead.

Nachfolgend werde ich ein Thema etwas ausführlicher behandeln, welches mir schon länger auf dem Herzen liegt und mich schon immer Interessiert hat.


Filmisnotdead ist nicht nur ein Hashtag, der auf Instagram fast 14,4 Millionen Treffer bringt, sondern mittlerweile eine ganze Bewegung - vor allem junger Fotografen, welche sich der Fotografie auf klassischem Film in sämtlichen gängigen Formaten angeschlossen haben. Und ich muss zugeben - Ich bin auch einer von diesen. Zu meiner Verteidigung sei aber gesagt, meine erste Analoge Kamera hatte ich schon vor 10 Jahren. Eine Canon AE-1. Meiner Meinung nach, eine der Besten 35mm Film Kameras, wenn es um die Preis/Leistung geht. Ich hatte meine jedoch vor ein paar Jahren schon an einen guten Kollegen verkauft, welcher hier auf Instagram immer noch damit unterwegs ist und definitiv ein bisschen Aufmerksamkeit verdient hat. Lange ohne konnte ich dann aber auch nicht und habe mir vor kurzem wieder eine Canon AE1 und eine Bronica SQA gekauft.



Aber viele Fragen sich dabei immernoch, wieso sollte man sich diese ganze Arbeit beim Fotografieren antun? Die Kameras sind zudem teilweise extrem Teuer, Filme kosten auch noch was und diese entwickeln sich leider noch nicht von selbst.. aber wieso sollte man das alles machen? .. Filme kaufen, Belichtung extern messen, Bilder entwickeln und Bilder scannen in einer Zeit, in der ein Smartphone durchaus gute Qualität bringt. Das ist für mich recht simpel erklärt.


Ich betreibe Fotografie jetzt schon wirklich verdammt lange und es war für mich immer das "Hobby" was man nebenbei ausübt, seitdem ich jedoch Analog Fotografiere wird einem ersteinmal klar, wie aufwendig und anspruchsvoll dieser Beruf früher eigentlich doch war. Grade heutzutage, in einer komplett Digitalen Welt wo die Zeit sich immer schneller bewegt, weil alles automatisch abläuft ist die Analoge Fotografie für mich wie Urlaub aus dieser Welt. Man nimmt sich beim Fotografieren viel mehr Zeit und ist vielmehr auf den Bildaufbau, die Komposition und den Fokus konzentriert, so dass es sich so anfühlt als würde die grade noch viel zu schnell laufende Zeit, beinahe still stehen. Dazu gehört auch das Entwickeln und Scannen, welches insgesamt die meiste Zeit in Anspruch nimmt, aber auch das gehört für mich dazu. Grade weil man diesen Reiz hat, da man bis zum fertig Scan nie wirklich weiss, ob das Foto wirklich was geworden ist.


Zusätzlich ist die Auflösung bedeutend besser. Hä, Auflösung bei Analogen Fotos? Ja. Dadurch das die Negative der SQA knapp 6x6cm groß sind, haben sie eine unglaublich hohe Detailtreue und lassen sich problemlos mit 50 Megapixeln scannen. Dabei hat man auch noch diesen unglaublich schönen Bildlook, welcher sich je nach Film auchnoch verändert. Das was heutzutage jeder unter einem Instagramfilter versteht, war früher einfach nur die Farb-Charakteristik des Films. Und genau das machts nochmal Interessanter, da jeder Film anders ist und jeder Film seine passende Situation hat. Und dann gibts da ja auch noch S/W.


Ausserdem ist die Verarbeitung der Kameras bedeutend besser als heutzutage, die SQA wiegt 1,6Kg und ist komplett aus Metall.. Damit kann man im Notfall auchmal einen Nagel in die Wand hämmern. Gleiches gilt aber auch für die Abbildungsleistung der Objektive. Das Zensanon 80/2.8 welches ich auf meiner SQA habe, hat gefühlt die gleiche Abbildungsleistung wie mein 70-200/2.8L an einer 1D.


Das Fotografieren mit so einer Kamera wie der SQA ist natürlich deutlich anspruchsvoller als mit einer Digitalen Kamera. Umso schöner ist es aber auch, nachher zu sehen das man ein Gutes Foto gemacht hat. Die Tatsache, das man das Fertige Foto bis zum Scan nicht sieht, macht es natürlich auch nicht einfacher. Ein generelles Grundwissen über den Zusammenhang von Blende/Verschlusszeit und ISO sind Grundvoraussetzungen. Selbstverständlich muss der Fokus manuell eingestellt werden, eine Belichtungsmessung hat die Kamera intern auch nicht, also muss man sich da anders helfen. Ich kann da meist gut auf Erfahrungswerte zurückgreifen, benutze aber auch oft die App Light Meter, welche mir schon oft den kauf eines Belichtungsmessers gespart hat. Wie genau ein Foto mit der SQA entsteht, will ich aber in einem Extra Blogpost nocheinmal niederschreiben - Vom Film einlegen bishin zum Scannen.



Und nochmal als kurze Randinfo:

Ein Kodak Porta 400 mit 12 Aufnahmen kostet ca 10€. Bei 12 Aufnahmen, macht das ca. 83 Cent pro Foto.

Zum Vergleich: Meine 1D Mark IV kostete damals ca. 1500€ und ist auf 300.000 Bilder ausgelegt.. das macht ca. 0.05 Cent Pro Foto.

Ein Foto mit der SQA ist also ca. 165900% teurer.


Jetzt genug gequatscht. Zeit für Ergebnisse und die werdet ihr in Zukunft auf der neuen Seite 6x6 sehen können oder einfach auf Instagram.


Für Mittelformat hier und für Kleinbild hier.